Vom Streik zum Aufstand

In den Tagen um den 17. Juni 1953 kam es in der Deutschen Demokratischen Republik zu einer Welle von Streiks, Demonstrationen und Protesten, die verbunden mit politischen und wirtschaftlichen Forderungen als Aufstand des 17. Juni (auch Volksaufstand oder Arbeiteraufstand) bezeichnet werden. Dieser erste antistalinistische Aufstand hatte zahlreiche Ursachen, zum Beispiel die Ignoranz der DDR-Führung gegenüber den Bedürfnissen der Arbeiterklasse einschließlich ihres Beschlusses, die Arbeitsnormen übermäßig zu erhöhen, sowie Fehler der SED.

Der Aufstand der Bevölkerung in der DDR 1953

Schauplatz im Volksaufstand der DDR: Die Karl-Marx-Allee Berlin im Bau mit Block C-Nord und Block C-Süd

Bundesarchiv, Bild 183-19487-0003 / Weiss / CC-BY-SA Schauplatz im Volksaufstand der DDR: Die Karl-Marx-Allee Berlin im Bau mit Block C-Nord und Block C-Süd von der Blick von der Deutschen Sporthalle aus gesehen.

Aufstand vom 17. Juni 1953: Sowjetischer Panzer T-34/85 (Turmnummer 83) in der Berliner Schützenstraße. Dahinter wartende Menschen, Jugendliche mit Fahrrädern

Bundesarchiv, B 145 Bild-F005191-0040 / CC-BY-SA Aufstand vom 17. Juni 1953: Sowjetischer Panzer T-34/85 (Turmnummer 83) in der Berliner Schützenstraße. Dahinter wartende Menschen, Jugendliche mit Fahrrädern

Zivilprozeß zum Volksaufstand 17. Juni 1953: Die Angeklagten Horst Gassa, Hans Füldner, Werner Mangelsdorf und der Hauptangeklagte Dr. Wolfgang Silgradt.

Bundesarchiv, Bild 183-25018-0007 / CC-BY-SA Die Rädelsführer des 17. Juni vor dem 1. Strafsenat des Obersten Gerichts der DDR am 11.6.1954. Ein Prozess gegen vier Agenten westlicher Spionage- und Terrororganisationen, die als Rädelsführer und Anstifter zur Vorbereitung und Auslösung des Putschversuches vom 17. Juni 1953 massgeblich mitgewirkt haben. Von links nach rechts: Die Angeklagten Horst Gassa, Hans Füldner, Werner Mangelsdorf und der Hauptangeklagte Dr. Wolfgang Silgradt.

Volksaufstand der DDR am 17. Juni 1953: Vor dem Reichsgericht in Leipzig fährt ein russischer Panzer und demonstriert Stärke.

Bundesarchiv, Bild 175-14676 / CC-BY-SA Volksaufstand der DDR am 17. Juni 1953: Vor dem Reichsgericht in Leipzig fährt ein russischer Panzer und demonstriert Stärke.

Der neue Nationalfeiertag in der Bundesrepublik

Die SED hatte in ihrem Programm die Wiedervereinigung Deutschlands abgelehnt und einen „beschleunigten Kurs“ beim Aufbau des Sozialismus beschlossen, der die Schwerindustrie einseitig förderte, dafür andere Bereiche vernachlässigte und deshalb Engpässe in der Versorgung verursachte. Der Aufstand des 17. Juni wirkte außerdem als politisches Signal auf die Völker in Osteuropa und in der Sowjetunion.

Der 17. Juni war von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 als „Tag der deutschen Einheit“ der Nationalfeiertag der Bundesrepublik Deutschland.

Neue Deutsche Wochenschau (West): Volksaufstand in der DDR