KMK Mülheim-Kärlich

Das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich (Kürzel: KMK) liegt nordwestlich von Koblenz nahe der Stadt Mülheim-Kärlich am linken Rheinufer. Baubeginn war 1975, die Inbetriebnahme erfolgte am 1. März 1986. Am 9. September 1988 wurde das einzige Kernkraftwerk in Rheinland-Pfalz – nur 30 Monate nach der Erstkritikalität – wegen eines fehlerhaften Baugenehmigungsverfahrens vom Netz genommen.

Der Bau des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich begann auf einer Erdbebenspalte des Neuwieder Beckens. Somit musste der Reaktor beim Bau um 70 Meter verschoben werden, wobei Verfahrensfehler gemacht worden sind. Bei zunehmenden Protesten und verfügte das Gericht die Stilllegung zum 9. September 1988. Die endgültige Stilllegung kam im Juni 2000 mit einem Kompromiss der damaligen Rot-grünen Bundesregierung im Kabinett Schröder II. Der Betreiber RWE Power AG stellte am 12. Juni 2001 einen Antrag auf den Rückbau.

Im Sommer 2004 begann der Rückbau der Anlage. Die Entkernung des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich startete vier Jahre später im Maschinenhaus. 2013 begann man, die Ringräume um den Kraftwerkskern zu leeren. 2015 ist der Startschuß für den Abbau des immer noch radioaktiven Reaktordruckbehälters. Zu diesem Zweck sollen Roboter eingesetzt werden. Anschließend wird der radioaktiv verseuchte Stahl kleingeschnitten und in das atomare Zwischenlager eingelagert.

Es handelt sich um einen Druckwasserreaktor der vierten Generation mit einer elektrischen Bruttoleistung von 1.302 Megawatt. Betreiberin ist die Société Luxembourgeoise de Centrales Nucléaires S.A., eine Tochtergesellschaft der RWE Power AG.

AKW Mülheim-Kärlich - die finanzielle Bauruine

Deutschlands Atomkraftwerke: Reaktor KMK Mülheim-Kärlich produzierte nur zwei Jahre lang Strom (1987 - 1988). Der Grund war eine fehlerhafte Baugenehmigung.

Holger Weinandt Atomkraftwerk Mülheim-Kärlich war eines der größten Fehlinvestitionen in der Geschichte der Deutschen Atomkraft: Nach nur zwei Jahren Regelbetrieb wurde das Kraftwerk wieder stillgelegt. Die Ursache war eine fehlerhafte Baugenehmigung. Die Bau- und Rückbaukosten betrugen etwa 4,5 Milliarden Euro.

Luftaufnahme vom AKW Mülheim-Kärlich vom 29. August 1979. Nach nur zwei Jahren Betrieb ist das AKW 1988 wieder abgeschaltet worden.

Bundesarchiv, B 145 Bild-F056650-0021 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA Luftaufnahme vom AKW Mülheim-Kärlich vom 29. August 1979. Nach nur zwei Jahren Betrieb ist das AKW 1988 wegen einer fehlerhaften Baugenehmigung wieder abgeschaltet worden.

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