Das Atomkraftwerk KKU Unterweser

Das stillgelegte Kernkraftwerk Unterweser (KKU – auch bekannt als Kernkraftwerk Kleinensiel und Kernkraftwerk Esenshamm) ist ein Kernkraftwerk nahe Rodenkirchen und Kleinensiel, Gemeinde Stadland im Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen.

Am 29. September 1978 ging das Kraftwerk das erste Mal mit einer Nennleistung von 1.410 MW in das deutsche Stromnetz. Der Betriebsbeginn war 1979.

Am 18. März 2011 um 3:33 Uhr wurde es als Konsequenz der Nuklearkatastrophe von Fukushima zunächst vorübergehend vom Netz genommen. Ende Mai 2011 wurde von den Umweltministern der Länder und des Bundes beschlossen, das Kernkraftwerk Unterweser endgültig abzuschalten. Das Atomkraftwerk Unterweser wurde von der E.ON Kernkraft GmbH betrieben.

Im Januar 2012 gab die E.ON Kernkraft GmbH bekannt, das das Besucherzentrum aus wirtschaftlichen Gründen dauerhaft geschlossen wird. Seit Juni 2007 ist ein Zwischenlager auf dem Gelände des Kernkraftwerks Unterweser in Betrieb. Die Bauarbeiten haben insgesamt drei Jahre Zeit in Anspruch genommen. Die Genehmigung zur Nutzung des Zwischenlagers ist für 40 Jahre ausgestellt. Somit muss das Zwischenlager 2047 geschlossen werden. Das Zwischenlager bietet Platz für maximal 80 Behälterstellplätze.

KKU Unterweser: Das AKW in Niedersachsen

Deutschlands Atomkraftwerke: Kernkraftwerk Unterweser von der Luft aus gesehen. AKW Unterweser war von 1979 bis 2011 in Betrieb. Martina Nolte
Luftaufnahme vom Kernkraftwerk Unterweser. Der Reaktor hatte eine Bruttoleistung von 1410 MW und war von 1979 bis 2011 in Betrieb.

Betriebsereignisse am AKW Unterweser

1998 kam es während eines Turbinentests zu einem Zwischenfall. Dabei wurde die Turbine abgeschaltet, und der ständige Dampfstrom konnte nicht mehr zur Stromerzeugung genutzt werden. Da die Dampfturbinen-Umleitstation bzw. Bypass-Station abgeschaltet war, musste der entstandene Sekundärdampf durch Überdruckventile in die Umgebung abgeblasen werden. Eines der vier Überdruckventile war außer Betriebund konnte nicht geöffnet werden. Dieser Zwischenfall wurde anschließend mit INES 2 eingestuft.

Greenpeace erobert die Kuppel des Atomkraftwerks

Greenpeace erregte 2009 mediales Aufsehen mit einer spektakulären Aktion am AKW Unterweser bei Nordenham. Etwa 50 Aktivisten der Umweltschutz-Organisation drangen am 22. Juni in den frühen Morgenstunden auf das Gelände des Atomkraftwerks Unterweser. Einige von ihnen kletterten auf die Kuppel des Atomblocks und bemalten sie mit einem stilisierten Atomsymbol. Dabei entrollten sie ein Transparent mit den Worten “Atomkraft schadet Deutschland”. Mit dieser medienwirksamen Aktion hat Greenpeace auf die Sicherheitsmängel der deutschen Atomkraftwerke aufmerksam gemacht.

Greenpeace erobert das AKW Unterweser

KKU Unterweser: Quelle und weiterführende Links